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ARCHIV 2006
Sonntag, 30. April 2006  
Maibaum
Den Maibaum wie in der guten alten Zeit traditionell von Hand aufzustellen, diese lauten Gedanken machten sich schon vor einigen Monaten breit. Je näher das Ereignis kam, desto mehr nahm dieses Vorhaben Formen an. Als nun Kamerad Dutzler Walter bei der Pettenbacher Mostkost den Pferdefuhrwerkspezialisten Weingartner Franz von unseren Vorhaben erzählte und ihn überzeugen konnte zu einen günstigen Tarif den Maibaum zu transportieren war es beschlossene Sache. Die Kränze banden wir bereits am 27. April im Zeughaus, das hiefür notwendige „Grassat“ lieferte uns Kamerad Brand Raimund. Am Nachmittag des 30.April machten wir uns gemeinsam mit unseren Kameraden Rankl Johann, der den Maibaum spendete zu seinen Wald beim Thaler auf den Weg. Nach nochmaliger Durchsicht der infrage kommenden Bäume fiel die Entscheidung sehr rasch. Gekonnt schnitt der Besitzer den Baum um, mit Hilfe seiner Seilwinde zogen wir den Baum samt den unversehrten Wipfel auf den darunter liegenden Weg und machten uns sogleich an das Rindenschälen. Der Baum welcher im Stehen eher zart und kurz schien, erwies sich im Liegen als ganz schönes Kaliber mit seinen 27 m Länge und einen ordentlichen Mittelmaß. Nach dem Mittagessen fuhr Kamerad Brand Raimund zum Weingärtner Franz nach Maisdorf um ihm beim Halftern der 4 Haflingerpferde und dem Einspannen des „Blowoagen“ behilflich zu sein. Als wir bereits einige Zeit mit dem Baum fertig waren hörten wir schon von weiten das Pferdegespann mit seinem Hufgeklapper. Die Pferde schwitzen und dampften bei der Ankunft, am Wagen stand der Kutscher am Wagenvorderteil und am Hinterteil des Wagen saß unser Kamerad Raimund. Bei einer Weiche konnte das Gespann umkehren, der Nachläufer vom Vorderteil getrennt und der Baum mit Manneskraft zunächst am Vorderteil beladen und nach alter Kunst mit Stricken fixiert werden. Nach nochmaliger gemeinsamer Kraftanstrengung wurde der Maibaum schließlich noch am Nachläufer gehievt und befestigt. Damit der Wipfel nicht am Boden streift und beschädigt wird, musste er noch mit Stricken zusammengebunden werden. Zwei unserer Kameraden übernahmen das „Stoarchtstreiben“, sie mussten zu Fuß den Weg bestreiten weil sie praktisch den Baum hinten mit Stricken lenken mussten. Mit recht ordentlichem Tempo begann die Fahrt, bei der Überquerung der Magdalenaberger Strasse stellten wir Lotsen auf und sperrten für kurze Zeit die Strasse. Beim Einbiegen in einen 90° Winkel mündenden Feldweg kam es zu technischen Hindernissen welche mit Hilfe des begleitenden Frontladers gelöste werden konnten. Viele unserer Kameraden mit ihren Frauen und Kindern warteten schon beim „Ornter/Hammersdorf“ auf die Ankunft des Gespannes. Kamerad Langeder Hans, der den Maibaum anlässlich seines 50. Geburtstages erhielt wusste kaum etwas von unseren Vorhaben mit dem Pferdegespann. Das Loch welches für die Aufnahme und Halterung des Maibaumes bestimmt war grub er selbst mit dem Bagger aus. Der Maibaum konnte schließlich auf die bereitgestellten Zimmerstöcke umgelagert und mit den Kränzen, der Beleuchtung und den Bändern bestückt werden. Unter Anleitung von den Kameraden Rankl Ferdinand und Brand Raimund wurden nun die „Schwoagn“ am Baum angebracht und nach dem Kommando das erste Stück angehoben, gesichert wurde er mit einem untergestellten Pfosten. Nach und nach hob sich der Baum in die Lüfte, inzwischen wurde er immer wieder gerichtet, kontrolliert und gesichert. Leider gelang das letzte Stück per Manneskraft nicht mehr weil die „Schwoagn“ zu kurz waren, der Baum zu klitschig und die Kraft nicht mehr reichte. Mit Hilfe des Baggers gelang nun das letzte Stück, die „Schwoagn“ sicherten den Maibaum. Weil in die Grube Wasser einsickerte fand der Baum aber keine feste Verankerung, alles befestigen mit Pfosten und verdichten mit den Stampfer brachte keine Stabilität, sodass beinahe der Baum, wenn ihn nicht der Bagger zu fassen bekommen hätte umgestürzt wäre. Aus dem Holzlager brachte Kamerad Langeder Hans lange Stangen und Pflöcke um den Baum damit in alle Himmelsrichtungen zu spreitzen. Die Dunkelheit brach inzwischen herein und der eisige Wind der schon den ganzen Tag wehte drang durch die Kleider bis zu den Knochen der Zuschauer. Nach dem Gratulieren und Anbringen der Tafel auf den Maibaum lud unser Gastgeber unverzüglich alle in die geheizten Räume zu einem deftig-würzigen Gulasch mit allen drum und dran ein. Sieberer Manfred spielte auf seiner Ziehamonika einige Stückerl und so wurde allen wieder recht bald warm. Kamerad Langeder Hans meinte, dass er beim Maibaum setzten noch nie soviel arbeiten musste wie bei seinem Eigenen. Beim geselligen Beisammensein und lustigen Treiben verging die Zeit wie im Fluge, am Morgen wurden noch die umliegenden Nachbarn von einigen unserer Kameraden besucht, auch dort wurden sie noch mit Getränken und Eierspeis versorgt. Einige gaben am Tische sitzend ihrer Müdigkeit nach, andere die noch immer nicht genug hatten machten sich zu ihrem ursprünglichen Gastgeber Langeder Hans am frühen Vormittag auf und bekamen dort auch noch eine Jause.
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